Klöppeln

Um das Jahr 1550 hielt im Erzgebirge das Klöppeln seinen Einzug.
Neben dem Bergbau war es ein wichtiger Broterwerb. 1561 in Annaberg erstmals erwähnt, saßen Kinder, Frauen und Männer in den Erzgebirgsstuben an ihrem Klöppelsack.

An dem Klöppelsack wurden sogenannte Klöppelbriefe, die als Muster dienten, geheftet und mit den Holzklöppeln entstanden herrliche Klöppelerzeugnisse. Einen großen Anteil zur Verbreitung dieser Kunst hatte die Annabergerin Barbara Uthmann (1514-1575), die als Verlegerin, die gefertigten Spitzen absetzte. 1571 soll sie über 900 Bortenwirkerinnen beschäftigt haben. Heute wird das Klöppeln, als traditionelles Kunsthandwerk, in vielen Orten des Erzgebirges gepflegt.

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Engel und Bergmann

Seit dem 18. Jahrhundert hat in die Holzdrechselei in und um Seiffen auch das figürliche Schaffen Einzug gehalten. Zunächst entstand die einfache Dockenform, welche nur wenige Körperproportionen nachzeichnete.
Lediglich durch Ein- und Ausschnitte beziehungsweise angeleimte Kleinteile differenziert, bekam die gedrehte Docke ihre naiv-figürliche Anmutung. Der Lichterbergmann sowie der lichtertragende Engel zählen dabei zu den bekanntesten Symbolfiguren des Erzgebirges. Aufgrund der schweren Arbeit unter Tage war das Licht dem Bergmann schon immer nicht nur einfache Beleuchtung bei seiner gefahrvollen Suche nach dem Erz des Gebirges. Der warme Glanz wurde für ihn vielmehr zum symbolträchtigen Sinnbild für das Leben. Der Engel hat im Erzgebirge dabei eine besondere Bedeutung. Er ist die Frau des Bergmanns, die Licht in sein Leben bringt. Noch heute ist es im Erzgebirge Brauch, zu Weihnachtszeit so viele Lichterengel in die Fenster zu stellen, wie Mädchen im Haus sind und so viele Leuchter-Bergmänner wie Jungen.

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Schwibbögen

Der Schwibbogen entstand vor über 200 Jahren in den Huthäusern der Bergwerke. Neben Engel und Bergmann, Nußknacker und Räuchermann, Leuchter und Pyramide ist der Schwibbogen ein weiters Symbol der Weihnachtszeit im Erzgebirge.
Seinen Namen erhielt er vermutlich von „Schwebebogen“ – ein in der Architektur verwendeter Name. Der Ursprung des erzgebirgischen Schwibbogens deutet auf das bogenförmige Mundloch des Stollens hin, wo die Bergleute ihre Grubenlampen, zu bestimmten Anlässen, aufhängten. Heute gibt es den Schwibbogen in den unterschiedlichsten Formen und Materialien. Ein Motiv ist der „Schwarzenberger Schwibbogen“ aus Metall. Hier wird der Bergbau und das Klöppeln und Schnitzen symbolisiert. Oder der bekannte „Seiffener Schwibbogen“, wo die Kirche zu Seiffen und kleinere Bergmannshäuser inmitten einer verschneiten Winterlandschaft im Mittelpunkt des Bogens stehen. Eine völlig neue Art von Schwibbogen sind die mechanischen Schwibbögen, eine Verschmelzung von der bisherigen starren Darstellung und beweglichem unteren Teil.

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Reifendrehen

Weltweit ohne Konkurenz ist die Technik des Reifendrehens. Um 1800 entstanden ,vorerst nur in Seiffen, Deutscheinsiedel und Deutschneudorf, die ersten Reifendrehereien.

Eine nasse Fichtenholzscheibe wird auf der Spindel der Drehbank geschlagen. Mit Hilfe von Dreheisen arbeitet der Dreher ein Profil heraus, das in seinem Querschnitt z.B. eine Tierform ergibt. Nach Beendigung des Reifendrehens liegt ein geschlossener hölzerner Ring vor. Erst nach dem Aufschneiden des Ringes, mit Hilfe eines Schnitzmessers und eines Hammers, kommt das Ergebnis des Drehens zum Vorschein. Das ist auch das faszinierende an dieser Technik, da der Reifendreher die gewünschte Form nicht sieht.
Vom Reifen werden nun eine Vielzahl von Figuren geschnitten, die geschnitzt, bemalt und montiert werden und in kleine Spanschachteln verpackt, den Weg in die weite Welt antreten.

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Schnitzen

Im 17. Jahrhundert entstanden durch das Schnitzen, die ersten Bergmannsfiguren, unter anderem die wohl bekanntesten erzgebirgischen Symbole, der Engel und Bergmann, wobei der Engel erstmals Ende des 19. Jahrhunderts auftauchte. Typisch für den Bergmann war die weiße Hose, der schwarze Kittel, der Latz und der Hut. Der Schlicht gehaltene, mit weißem Kleid, bunter Schürze und bunten Flügeln bemalte Engel, wurde als Bergmannsfrau bezeichnet. Als Sehnsucht des Bergmannes nach dem Licht, wurden die Figuren mit Kerzen bestückt.
Besondere Exemplare dieser Figuren findet man im Museum der Erlebnisburg Scharfenstein.
War das Schnitzen am Anfang seiner Entstehung nur eine Feierabendbeschäftigung, so ist es heute ein weitverbreitetes Hobby oder Beruf. Die Motive für die Schnitzer sind sehr vielfältig, von Tiermotiven, Gesellschaftsdarstellungen bis hin zum geschnitzten Weihnachtsberg.

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Engel

Wo immer sie auch stehen, sitzen und schweben – man erkennt sie sofort, sie sind pausbäckig und pummlig. Sie tragen nachtblaue Flügel mit goldenen Sternchen und haben das gewisse überirdische Etwas und macht sie zu himmlischen Gestalten, die feinen aus Holz gearbeiteten Engelchen. Eine Vielzahl von Arbeitsgängen sind notwendig, bevor die einzelnen Teile, teils nur millimetergroß gedrechselt, zusammengefügt, farblich lackiert und bemalt und schließlich mit himmlischem Blick zum Engel gekrönt werden.

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Spieldosen

Das anschauliche Erzählen von Märchen und Geschichten zum Klang lieblicher Melodien hat mit den Spieldosen bis heute noch nichts von seiner Faszination eingebüßt.

Ganz besonders zur Weihnachtszeit erwacht mit den dargestellten, beweglichen Szenen etwas vom Zauber längst vergessenen geglaubter Kindheitserinnerungen. Im Inneren durch ein filigranes, mechanisches Musikwerk angetrieben, erklingen seither aus den kleinen Kunstwerken unterschiedliche Melodien.

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Nussknacker

Neben Äpfeln, Pfefferkuchen und anderen Süßigkeiten, gehören die vergoldeten Nüsse zum Traditionsschmuck des Weihnachtsbaumes.
Wer jedoch deren schmackhaften Kern essen wollte, mußte zuerst die harte Schale knacken. Dafür wurde die Nußzange geschaffen, die neben ihrer praktischen Funktion
sehr früh auch zum Gegenstand figürlicher Darstellung, unseren allseits beliebten Nussknacker , wurde. Die Gestalt des Nußknackers soll für die Obrigkeit stehen, der
man so manche harte Nuß zu knacken gab. Daher die königliche Ausstattung beziehungsweise das soldatische Aussehen.

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Weihnachtspyramiden

Eines der beliebtsten erzgebirgischen Erzeugnisse ist zweifellos die Weihnachtspyramide. Um das Jahr 1800 entstanden im Erzgebirge die ersten, mit Hilfe von Warmluft sich drehenden, Pyramiden.

Die Entwicklung geht aber weit ins 16. Jahrhundert zurück. Die Funktion einer Pyramide ist eigentlich leichtverständlich. Eine Welle wird auf einer Glasscheibe gelagert und oben mit einem Flügelrad versehen. Die an der Pyramide angebrachten Kerzen erzeugen Warmluft, diese steigt nach oben und versetzt das Flügelrad und die Welle in die drehende Bewegung. Heutzutage unterscheidet man Stab-, Stockwerk-, Göpel- und Turm-Pyramiden, wobei die Stabpyramide wohl die älteste Form der Drehpyramiden ist. Zur Darstellung, auf den einzelnen Etagen, kommen Bergbauszenen, bilblische Geschichten, dörfliches Leben und Märchendarstellungen zur Geltung.

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Entstehung des Handwerks

Warum Holzkunst aus dem Erzgebirge so unverwechselbar und wertvoll ist

Wer den Einzigartigen Charme der Figuren aus dem Erzgebirge nicht nur bewundern, sondern auch verstehen will, der sollte ein bisschen was über ihren Hintergrund wissen.

Über die Schönheit der Landschaft, die Redlichkeit der Menschen und über die bergmännische Tradition, die das Leben seit Hunderten von Jahren geprägt hat. Nus so sind sie zu verstehen, die liebenswerten kleinen Momentaufnahmen aus dem Erzgebirgischen Leben, die bis hin zum Fräcklin des Nussknackers, zum Jäcklein des Räuchermännchens so lebensecht wirken.

„Alles kommt vom Bergmann her“, sagt man im Erzgebirge.

Denn die reichen Vorkommen an Silber, Zinn, Kupfer, Blei und anderen Bodenschätzen waren es, die vom 12. Jahrhundert an das Geschick des Landes und der Menschen bestimmten. Sie brachten den Reichtum für den Bau prächtiger Burgen und Schlösser wie z.B Augustburg, dem Jagd- und Lustschloß des Kurfürsten August I. von Sachsen. Der Bergbau lieferte auch nicht nur Silber, sondern auch eine unendliche Vielfalt an Motiven, die die Bergleute an ihren Feierabend künstlerisch umsetzen.

Als dann ab Mitte des 17. Jahrhunderts die Vorkommen erschöpft waren und sich der Bergbau immer mehr zurückentwickelte, wurde die Drechselei und Schnitzerei zur neuen Existenzgrundlage für die Bergleute. Typische, auf der Welt einzigartige Kunsthandwerkstechniker entstanden, wie zum Beispiel die Reifendreherei, bei der aus Holzringen mit den unterschiedlichsten Tierprofilen eine Vielfalt an kleinen Spielzeugtieren sozusagen in feinen Scheiben aufgeschnitten wird. Oder das Spanbäumchen-Stechen, das besonders viel Fingerspitzengefühl erfordert. Aufwendige, kunstvollen Handarbeit, die den Figuren aus dem erzgebirge ihren unverwechselbare Handschirft mitgibt. Kein Wunder, daß sie überall sie beliebt sind und sich gegen kurzlebige Trenderscheinungen über all die Jahre hinwegsetzen konnten.

Von Generation zu Generation

Im Erzgebirge ist in Familienbetrieben und Manufakturen ein ursprünlisches Handwerk lebendig geblieben. Seit drei Jahrhunderten verbindet sich mit der im Südosten Deutschlands gelegenen Mittelgebirgsregion an der Grenze zu Böhmen die liebevolle Fertigung von Spielzeug und anderer schöner Dinge. Mit ihnrem Charme haben die figuren und weiteren Holzkunsthandwerke – Nussknacker, Räuchermann, Blumenkind, Lichterengel, Osterhase, Pyramide, Schwibbogen, Spieldose – alle Zeitenwenden und Moden überdauert. Für Liebhaber in aller Welt ist die alteingesessene handwerkskunst deutsche Wertarbeit in besonders liebenswürdiger Form. Mit dem Niedergang Silberbergbaus hatte der Bergmann einst als Drechsler und Spielzeugmacher neuen Broterwerb gefunden. Von Generation zu Generation wurden seither die erlangten Fertigkeiten weitergegeben und vervollkommnet.
So wuchs in schier endloser Vielfalt die einzigartige Erzgebirgische Holzkunst®. Im Erzgebirge werden alte, teils einmalige Handwerkstechniker beherrscht. Unter den Meistern der Drechslerkunst befinden sich die Speziallisten des Reifendrehens. Sie drehen Ringe, die im Querschnitt das Profil eines Tieres zeigen. Anschließend werden diese Figuren abgespalten, beschnitzt und bemalt. Viel Feingefühl erfordert das Spanbaumstechen. Von einem gedrechselten Linderstandstab wird Span für Span abgehoben und aufgerollt, so daß nach und nach ein Bäumchen „wächst“.

Können vielerlei Art vereint sich, wenn Nussknacker, Rächermänner, Pyramiden oder Schwibbögen von Hand gefertigt werden. Eine fünfstöckige Pyramide ensteht in etwa 700 Arbeitsschritten. Die Tradition findet in den nachwachsenden Generationen immer wieder neue Könner. Im „Spielzeugdorf“ Seiffen werden talentierte junge Leute zum Holzspielmacher ausgebildet. Zur Freude ihrer weltweiten Anhängerschar haben also die Holzkunstwerke aus dem Erzgebirge eine Zukunft.